"Ich saß noch einen Tag bei ihm fest, er sah mich nicht an, ich sollte hinter ihm hergehen, ich war ein wenig bei Bewusstsein und zurückgezogen. Ich hätte von ihm entsorgt werden können. Ich dachte darüber nach, in die Nachbarstadt zu fliehen, als er schlief, aber ich hatte kein Geld und ich hatte Angst, dass er die Polizei auf mich hetzen würde, weil ich weggelaufen war, und dass sie mich vielleicht als vermisste Person aufspüren würden", so Duffy weiter.
"Ich weiß nicht, wie ich die Kraft hatte, diese Tage zu ertragen, aber ich spürte die Gegenwart von etwas, das mir half, am Leben zu bleiben. Ich flog mit ihm zurück, ich blieb ruhig und so normal, wie es in einer solchen Situation möglich war, und als ich nach Hause kam, saß ich da wie ein Zombie. Ich wusste, dass mein Leben in unmittelbarer Gefahr war, er hatte Andeutungen gemacht, dass er mich töten wollte", beschreibt sie die Situation nach der Rückkehr.
"Der Täter hat mich in den vier Wochen in meiner eigenen Wohnung unter Drogen gesetzt, ich weiß nicht, ob er mich in dieser Zeit dort vergewaltigt hat, ich erinnere mich nur an das Herumfahren mit dem Auto in der Fremde", erinnert sie sich. Nachdem sie wieder zu Hause war, sei jemand, den sie kannte, zu ihrem Haus gekommen und habe sie auf dem Balkon sitzen sehen, in eine Decke gewickelt, ins Leere starrend. "Ich kann mich nicht erinnern, dass ich nach Hause gekommen bin", so Duffy.
"Die erste Person, der ich Monate später davon erzählte, war eine Psychologin, eine führende Expertin im Vereinigten Königreich für komplexe Traumata und sexuelle Gewalt", so Duffy. Es folgte eine langjährige Verarbeitungsphase. Die Vergewaltigung habe ihr ein Drittel ihres Lebens gestohlen. Und wenn sie mit diesen offenen Zeilen ihre "Zukunft zerstöre", tue sie es "um meine Vergangenheit zu ehren".
Warum sie es jetzt veröffentlichtWarum sie das alles jetzt publik macht, erklärt sie ebenfalls: "Ich kann nur hoffen, dass meine Worte als eine momentane Ablenkung oder vielleicht sogar als ein Trost dienen, dass man aus der Dunkelheit herauskommen kann", schreibt die Künstlerin mit Verweis auf die aktuelle Situation infolge der Corona-Pandemie. "Jetzt ist es wichtiger denn je, über die Auswirkungen nachzudenken, die wir aufeinander haben", so Duffy. Die gemeinsame Krise werde eine große Veränderung bringen, "ein neues Verständnis und eine neue Wertschätzung von Freiheit und menschlicher Verbindung", glaubt sie. Dennoch könne nur die Zeit über Verluste hinwegtrösten.