Andreas Stang schlägt deshalb vor stufenweise vorzugehen. Er schlägt vor, dass zunächst alle Leute unter 50 Jahren die Arbeit wieder aufnehmen. Je nach der Entwicklung der Zahlen bei den Neuinfektionen würden im Falle von niedrigen Ansteckungszahlen, die Gruppe von Personen bis 59 Jahren folgen. Weitere 4 Wochen später könne man dann auch entscheiden, ob der Rest der Risikogruppen dann wieder am öffentlichen Leben teilnehmen kann. Sein Stufenplan der größere Härten für die Älteren vorsieht, hält er für legitim. Vor allem weil die andere Alternative ein noch längeres Festhalten am Shutdown wäre. Mittlerweile geben auch andere Experten zu bedenken, dass durch den Shutdown auch weitere Probleme entstehen könnten, die dann in der Zukunft theoretisch ebenfalls für Todesopfer sorgen könnten.
Bisher lassen sich nur wenige Politiker entlocken, wie genau sie die Zukunft nach der Epidemie sehen. Peter Dabrock beispielsweise spricht von "Solidaritätskonflikten". "Es ist ja nicht so, dass wir nur auf der einen Seite die Corona-Kranken und die Risikogruppen haben", stellt Dabrock klar. "Auf der anderen Seite verzichten die Menschen auch auf viele Dinge, die zu massiven Traumatisierungen führen können. Der Verlust der Existenz beeinträchtigt die Lebensqualität von Menschen für viele Jahre und könne auch Leben kosten. Deswegen müssen wir jetzt nachdenken, wie können wir das verantwortungsvoll balancieren". gibt Dabrock zu verstehen. Für die meisten Parteien ist eine ausgedehhnte Quarantäne für Ältere und Vorerkrankte bis jetzt keine Option. "Allein das Alter als Abgrenzungskriterium zu nehmen, verbietet sich aus meiner Sicht. Es kann auch bei jungen Patienten ein schwerer Krankheitsverlauf auftreten", führt Karin Maag, die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion an. Es scheint auf jeden Fall bei diesem polemischen Thema noch viel Diskussionsstoff zu geben.