Das Verbrechen, das Crivello ins Gefängnis brachte, ereignete sich Ende Mai 2003 in der kalabrischen Stadt Paola, die etwa 15.000 Einwohner zählt. Pietro Serpa (50), ein Bauunternehmer mit angeblichen Verbindungen zur Unterwelt, wurde von einem Auto verfolgt, aus dem auf ihn geschossen wurde. Serpa verstarb an den Schussverletzungen. Die Ermittlungen ergaben, dass es sich um einen Anschlag der gefürchteten "‚Ndrangheta" handelte. Diese Mafia-Organisation ist eine der größten weltweit und erzielt durch den Handel mit Drogen und Waffen einen Jahresumsatz von etwa 50 Milliarden Euro. Crivello wird verdächtigt, der Täter gewesen zu sein. Der Mann, der zuvor in der Nähe von Venedig als Metzger gelebt haben soll, war bis zur Haftantritt verpflichtet, eine elektronische Fußfessel zu tragen. Aus ungeklärten Gründen gelang ihm im November 2020 die Flucht. Derzeit befindet sich der Italiener in einem deutschen Gefängnis, und ein Auslieferungsverfahren ist im Gange.