Die Erdogan-Putin-Konferenz in Sotschi, Russland, endete in einer herben Enttäuschung. Die beiden Staatschefs diskutierten drei Stunden lang über den Ukraine-Krieg, den auf Eis liegenden Getreide-Deal und die bilateralen Beziehungen, konnten sich jedoch in den entscheidenden Fragen nicht einigen.
Putin erwägte alternative Vereinbarungen mit der Türkei und Katar als Ersatz für den bisherigen Getreideabkommen, was Erdogan jedoch ablehnte. Erdogan betonte, dass es derzeit keine Alternative zum Schwarzmeer-Getreideabkommen gebe. Der Deal wurde jedoch von Moskau blockiert. Putin forderte die Aufhebung zahlreicher Sanktionen und Garantien seitens der Ukraine, ihre Häfen nicht anzugreifen, Forderungen, die Erdogan nicht erfüllen konnte oder wollte. Auch bezüglich des Ukraine-Konflikts erzielten beide Staatschefs keine Einigung und widersprachen sich öffentlich. Erdogan betonte, dass bereits direkte Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien stattgefunden hätten und die Türkei bereit sei, ihren Beitrag zu leisten. Putin wiederholte jedoch seine Falschaussagen über ein angeblich gescheitertes Abkommen aufgrund westlicher Intervention. Er behauptete, dass Kiew eine Verhandlungslösung abgelehnt habe, was von russischer Propaganda geprägt war. Zudem fantasierte Putin weiterhin von einem erfolgreichen Krieg gegen die Ukraine, obwohl täglich neue gegenteilige Beweise auftauchten.