Mark Katz, Professor an der George Mason University Schar School of Policy and Government, erklärt die Situation: "Der Kreml beobachtet chinesische Karten sehr genau, insbesondere offizielle, die behaupten, dass russisches Territorium eigentlich zu China gehört." Dennoch sei Putin derzeit nicht in der Lage, sich lautstark zu beschweren, da Russland aufgrund der Sanktionen des Westens auf wirtschaftliche Beziehungen zu China angewiesen ist. Die neue chinesische Landkarte ordnet die Insel, die auf Chinesisch Heixiazi Dao und auf Russisch Bolschoi Ussurijski heißt und am Fluss Amur liegt, komplett China zu. Die Insel gehörte traditionell zum chinesischen Hoheitsgebiet, bis die Sowjetunion sie 1929 annektierte. Im Jahr 2004 erklärte sich die russische Föderation bereit, die westliche Hälfte der Insel an China zurückzugeben. David Silbey von der Cornell University in Washington erklärt, dass China Landkarten verwendet, um Autorität und Macht zu demonstrieren. Die neue Karte verstoße zwar nicht gegen das Abkommen zwischen Russland und China, sei jedoch ein Stich gegen Russland und dürfte den Präsidenten verärgern.