Was plant Putin mit seiner Superwaffe? Moskau – Eine der kraftvollsten Waffen im Waffenarsenal Russlands ist das atomwaffenfähige Raketensystem "Iskander-M" - nur setzt der Kreml diese kaum ein - weil Putin die Waffe für wichtigere Ziele spart? Experten werden hellhörig - wozu hortet Putin seine beste Waffe, plant er einen Schlag gegen die NATO?
Das System wurde 2006 eingeführt und hat aufseiten der NATO kein Äquivalent. In den Kriegsszenarien des Kremls soll es im Falle einer Konfrontation mit dem westlichen Verteidigungsbündnis eine entscheidende Rolle spielen. Russland hatte dieses Waffensystem lange Zeit vor dem Westen geheim gehalten. Doch dies änderte sich im Verlauf des Ukraine-Kriegs, in dem auch das "Iskander-M"-System zum Einsatz kam. Die Ukraine hat gegenüber dieser Waffe wenig Möglichkeiten. Im Oktober 2022 beispielsweise gelang es den Ukrainern laut Informationen ukrainischer Geheimdienstquellen lediglich, zwei von 26 abgefeuerten "Iskander-M"-Raketen abzufangen. Laut einem Bericht des Magazins "Military Watch" steigt die Produktion dieses hochmodernen Waffensystems derzeit stark an. Sergej Pitikow, Geschäftsführer des staatlichen Forschungs- und Rüstungsunternehmens KBM, gab diese Entwicklung auf der am Montag (14. August) in Moskau eröffneten Rüstungsmesse "International Military and Technical Forum ARMY 2023" bekannt. Sein Unternehmen produziert neben anderen Raketensystemen auch das "Iskander-M"-System und erhält gegenwärtig laut eigenen Angaben deutlich mehr Bestellungen für dieses Waffensystem vom russischen Verteidigungsministerium.
Laut staatlichen Medien hat der Kreml während der Messe einen weiteren Auftrag für neue "Iskander-M"-Einheiten erteilt. Die Gründe für die deutlich steigende Nachfrage sind der Krieg in der Ukraine und die Spannungen mit der NATO. Mit anderen Worten: Es handelt sich um eine Aufrüstung. Obwohl Russland über beträchtliche Bestände an Iskander-M-Raketen verfügt, werden die meisten davon für den Fall eines Krieges mit der NATO zurückgehalten. Für den Einsatz in der Ukraine scheinen sie "offensichtlich prioritären Zielen vorbehalten" zu sein, wie das als kremlnah geltende "Military Watch Magazine" berichtet. Der ukrainische Geheimdienst verkündete Anfang November 2022, dass Russland nur noch über 120 moderne "Iskander"-Raketen verfüge und in der Ukraine bereits knapp 80 Prozent seines Bestands verbraucht habe. Ähnliche Daten wurden Anfang 2023 von Kiew vorgelegt. Um diesem Engpass entgegenzuwirken, wich Russland angeblich auf iranische Importe ähnlicher ballistischer Raketensysteme aus. Die massive Steigerung der Inlandsproduktion eigener Raketensysteme wäre eine logische Konsequenz.