Jannik Schümann (28) spielt in der Bestseller-Verfilmung "9 Tage wach" (Sonntag, 15. März um 20:15 Uhr auf ProSieben und Joyn) Eric Stehfest (30), der in seiner Autobiographie über seine Drogenvergangenheit und den Konsum von Crystal Meth spricht. Warum Schümann für die fordernde Rolle abgenommen hat und wie seine Freunde ihm durch die schwierige Drehzeit geholfen haben, erzählt er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.
Die "Bad Boy"-Rolle ist eher ungewöhnlich für Sie. Hatten Sie Angst, den Erwartungen nicht gerecht zu werden?Jannik Schümann: Ich hatte riesige Lust und gleichzeitig höchsten Respekt und auch Zweifel im Hinblick auf die Rolle. Als ich Jannis [Niewöhner, Anm. d. Red.] in "Beat" gesehen habe, dachte ich, dass ich nicht in der Lage bin, so etwas zu spielen. Hinzu kommt, dass ich noch nie Drogen genommen habe. Einen Drogenrausch zu spielen und quasi 80 Prozent des Films high zu sein, war komplett neues Terrain für mich. Ich wollte nicht, dass es wie eine Karikatur wirkt und Leute mir ansehen, dass ich noch keine Drogenerfahrung habe, auch wenn man Crystal Meth nicht mit den gängigen Partydrogen vergleichen kann. Dazu noch mit Eric jemanden zu spielen, der noch lebt und gar nicht so viel älter ist als ich, erhöht den Druck, weil man ihn nicht enttäuschen möchte.
Wie kann man einen Drogensüchtigen spielen, wenn man es selbst nie erlebt hat?Schümann: Ich habe mich intensiv mit meiner Kollegin Peri Baumeister und unserem Coach Jens Roth vorbereitet. Er ist für sein sehr körperliches Coaching bekannt und hat erzählt, dass Leute bei ihm im Training einen LSD-Trip nachempfunden haben, ohne die Droge konsumiert zu haben. Da wusste ich: Das ist mein Mann! Die Dreharbeiten danach waren anstrengend und sehr intensiv.
Haben Sie es bei so einer intensiven Geschichte nach dem Dreh geschafft, abzuschalten?Schümann: Wir haben in Berlin gedreht, ich hatte es also nicht weit nach Hause und hatte meine Freunde um mich. In meinem engsten Freundeskreis ist niemand aus der Branche, wir haben uns abends getroffen und über ganz andere Dinge gesprochen. Das war ein gutes Mittel, um runterzukommen. Und unser Regisseur Damian [John Harper, Anm. d. Red.] hat sich wahnsinnig gekümmert und mich immer gefragt, ob ich so nach Hause gehen kann. An manchen Tagen ging das nicht, dann haben wir noch eine Runde im Wald gedreht, um die Emotionen rauszuschütteln.
Sie haben für die Rolle mehrere Kilo abgenommen. Wie haben Sie sich zu der Zeit gefühlt?