Es sei jedoch darauf hingewiesen: Die Ukraine hat bisher versichert, westliche Waffen nicht für Angriffe auf russisches Territorium einzusetzen. Die etwa fünf Meter langen und knapp 1.400 Kilogramm schweren Flugkörper sind mit einem eigenen Antrieb und insgesamt vier unabhängigen Navigationssystemen ausgestattet. Der Taurus orientiert sich während des Fluges anhand von Geländedaten und gleicht seine Position mithilfe von Bild- und Infrarotsensoren sowie GPS-Navigationsdaten ab. Tatsache ist, dass der Taurus im autonomen Tiefflug in einer Höhe von weniger als 50 Metern schwer von feindlicher Flugabwehr abzufangen ist, da er praktisch mit hoher Geschwindigkeit unter dem gegnerischen Radar fliegt. Nach Angaben der Bundeswehr können "stark befestigte Zielstrukturen" beim Aufprall durchbrochen werden. Dies betrifft Bunkeranlagen sowie andere gut gesicherte Einrichtungen wie Munitionsdepots oder Kommandozentralen!
So funktioniert der Marschflugkörper
Beim Aufprall explodiert das 480 Kilogramm schwere Sprengkopfsystem "Mephisto". Die Abkürzung steht für "Multi-Effect Penetrator High Sophisticated and Target Optimized". Beim Einschlag auf das Ziel erzeugt eine erste Ladung eine Öffnung in der Wand oder Decke des Ziels. Dann dringt ein Metallstab mit Sprengstoff ein und explodiert. Die Bundeswehr erhielt insgesamt 600 Marschflugkörper vom Typ Taurus KEPD-350 seit dem Jahr 2004. Jede dieser Raketen kostet knapp eine Million Euro. Der Lenkflugkörper wird von der "Taurus Systems GmbH" hergestellt, einem Gemeinschaftsunternehmen der Deutschland-Tochter des europäischen Rüstungskonzerns "MBDA und Saab Dynamics" aus Schweden.