Kaum angekommen, geriet er mit seinen Leuten und ihrem Schützenpanzer in einen Hinterhalt der ukrainischen Spezialkräfte. Innerhalb weniger Minuten war der Kampf vorbei, Tomovs Männer waren entweder tot oder überwältigt, und Tomov selbst war in ukrainischer Gefangenschaft. Der russische Kriegsblogger "Der Dreizehnte", der selbst in der Region aktiv ist, bestätigte über Telegram: "Tomovs Gruppe fiel in einen Hinterhalt, die Überlebenden sind nun gefangen." Auch die Tatsache, dass ein erbeutetes Handy zur Entführung des Majors verwendet worden war, wurde vom in die Armee integrierten russischen Kriegsblogger bestätigt. Demnach wurden insgesamt 25 russische Soldaten bei der Aktion getötet oder gefangen genommen, und die gesamte von "Major Tomov angeführte Aufklärungsgruppe ist verschwunden."
Gemäß BILD-Informationen verlor auch die ukrainische Spezialeinheit mehrere Soldaten bei der riskanten Aktion. Dies geschah hauptsächlich, weil die russische Artillerie begann, auf die verlorenen Positionen zu feuern, als der ukrainische Bluff nach wenigen Stunden aufgedeckt wurde. Trotzdem konnten alle Verwundeten und der gefangene russische Major über den Dnipro nach Norden evakuiert werden. Seitdem verhört die Ukraine Major Tomov, analysiert sein Handy und die seiner gefangenen Untergebenen, um die Stärke der russischen Verteidigung in der Region genauer einschätzen zu können. Der Hintergrund ist, dass die Ukraine unbedingt eine neue Front im Süden des Landes eröffnen will. Die Hoffnung in Kiew ist, dass damit der Landweg zur Krim von 200 auf 90 Kilometer Luftlinie verkürzt werden könnte. Doch die ukrainische Armee steht nicht nur der russischen Besatzungsmacht, sondern auch dem mächtigen Fluss Dnipro im Weg, um diese Front zu eröffnen.