Präsident Andrzej Duda äußerte sich zu dieser Thematik während eines Besuchs im operativen Zentrum der polnischen Marine in Gdynia am Freitag. Er informierte sich dort über ein laufendes russisches Marinemanöver in der Ostsee. Laut Agentur PAP sagte Duda weiterhin, dass man Wagner nicht wirklich als eine private Armee betrachten könne. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Aktionen, die von Wagner durchgeführt werden, eigentlich vom russischen Staat gesteuert werden." Daher sieht Polen den Einsatz der Truppe in Belarus als Teil der russischen Bedrohung. Die Wagner-Söldner wurden laut polnischem Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki gezielt nach Belarus geschickt, um die Ostflanke der NATO zu destabilisieren. ► Interessanterweise haben die polnischen Behörden am Freitag einen mutmaßlichen Spion aus Belarus festgenommen, der für Russland tätig sein soll.
Der Verdächtige sei ein weiteres Mitglied eines kürzlich entdeckten "russischen Spionagerings", erklärte Innenminister Mariusz Kaminski. Der Mann habe an der Erkundung von Militäranlagen und Häfen teilgenommen und sich auch propagandistisch für Russland betätigt.
Auch Lettland und Litauen reagieren mit Aufrüstung. In sozialen Medien wurden am Freitag Videos geteilt, die die Verlegung von Truppen nahe der lettischen Stadt Ludza zeigen. Die Ausrüstung wird offenbar im Vorfeld einer geplanten Übung an der belarussischen Grenze gebracht. ► Vor dem russischen Angriff hatte Moskau Tausende Soldaten in Belarus an der Grenze zur Ukraine stationiert. Als die Invasion im Februar 2022 begann, verstärkte Litauen seine Grenze zum benachbarten Belarus. An diesem Freitag setzte Litauen diese Vorgehensweise fort: Tausenden russischen und weißrussischen Staatsbürgern, die in Litauen leben, wurde aufgrund von Bedenken bezüglich der nationalen Sicherheit ihre Daueraufenthaltsgenehmigung entzogen.