Die Zwillinge befinden sich seit ihrer Anhörung vor einem Haftrichter in Untersuchungshaft. Ihnen wird vorgeworfen, nur bei der Vertuschung des Falls geholfen zu haben, jedoch nicht am Mord beteiligt gewesen zu sein, wie die bulgarische Staatsanwaltschaft auf einer Pressekonferenz mitteilte. Seitdem herrscht in Bulgarien Fassungslosigkeit. Tausende Menschen demonstrieren auf den Straßen, auch in der Hauptstadt Sofia. Sie sind mit der Gesetzgebung unzufrieden und fordern eine gerechte Bestrafung für die Zwillinge.
Mit einem europäischen Haftbefehl wird nun in Deutschland nach dem 30-jährigen Rangel B. gefahndet. Insiderinformationen zufolge soll er als Hilfsarbeiter in Deutschland arbeiten. "Wir haben die Ermittlungsunterlagen an unsere deutschen Kollegen übermittelt, die jetzt nach dem Tatverdächtigen suchen", sagte der ermittelnde Hauptkommissar Vasil Kostadinov.
Läuft nun ein Mörder in Deutschland frei herum? Laut Beiträgen in sozialen Medien hielt sich Rangel B. in der Vergangenheit häufig bei seinem in Deutschland lebenden Vater auf. Fotos zeigen die Männer in Mahlberg und in Rastatt in der Nähe von Karlsruhe. Ob er sich dort derzeit aufhält, ist unklar. Das Bundeskriminalamt (BKA) antwortete auf Anfrage von BILD: "Zu laufenden Ermittlungsverfahren, auch von ausländischen Behörden, können wir grundsätzlich keine Stellung nehmen."