Nina Hagen: Eine 65-jährige Chronik der Skandale

Seite 2 / 2

Nina Hagen: Eine 65-jährige Chronik der Skandale

Stars (2 / 1) 12.03.2021 00:33 / Angela Symbolbild imago images/Future Image


In der ARD-Talkshow "Menschen bei Maischberger" trat sie 2005 als prominente Wahlkampfhelferin für Bündnis 90/Die Grünen auf. Als deren damalige Spitzenpolitikerin Jutta Ditfurth (68) sagte, dass Hagen "esoterisch ein bisschen durchgeknallt" sei, erwiderte die Punk-Diva: "Ich finde es furchtbar, was diese dicke Frau mit mir macht. Jutta Ditfurth, du bist eine blöde, blöde Kuh. Mit dir werde ich nie wieder reden in der Öffentlichkeit!"

Andererseits setzt sie ihre Popularität auch im Fernsehen ein und engagiert sich für Bürgerrechte, Medikamentenopfer, Menschen in Psychiatrien, brasilianische Straßen-kinder sowie Kinderkrankenhäuser in Indien und Tschernobyl.

Nina und die Liebe

"Ich glaube, dass man das bisschen Scheiße und Böse, das es gibt, weglieben kann", lautet Hagens Lebensmotto. Ihr erster nennenswerter Partner war der niederländische und heroinsüchtige Gitarrist Ferdinand Karmelk (1988 an Aids gestorben), mit dem sie Tochter Cosmo Shiva hat. 1987 feierte sie auf Ibiza eine ausgelassene Punkhochzeit mit dem Londoner Musiker Iroquois, der zu diesem Zeitpunkt erst 17 Jahre alt war. Eine Woche darauf trennte sich das Paar wieder.

Dem jungen Mann folgte 1989 der französische Visagist Franck Chevalier. Er ist Vater des 1990 geborenen Sohns Otis Chevalier-Hagen. Ehemann Nummer zwei wurde 1996 der 15 Jahre jüngere David Lynn. Die Trennung erfolgte vier Jahre später. Im Januar 2004 heiratete Hagen nach fast vierjähriger Verlobungszeit den 22 Jahre jüngeren Sänger Lucas Alexander Breinholm aus Dänemark. Auch diese Ehe scheiterte. Hagen behauptete im ARD-Magazin "Brisant" damals, Breinholm terrorisiere sie und drohe sogar sie umzubringen. Ihr Noch-Ehemann wies die Anschuldigungen von sich. Trennung im Jahr 2005.

Danach hielt der Trend zum wesentlich jüngeren Mann an. Von 2005 bis 2010 war sie mit River zusammen, einem 28 Jahre jüngeren Physiotherapeuten aus Kanada. Dann kehrte etwas Ruhe ein.

Nina und die grünen Männchen

Ob sie heute noch an Ufos und dergleichen glaubt, weiß man nicht so genau, doch vor Jahren war Hagen davon überzeugt, dass es im Weltraum außerirdisches Leben gibt. Sie selbst sei Zeuge einer Begegnung gewesen, teilte sie auf einem Ufo-Kongress in den USA mit: "Damals habe ich in Malibu gewohnt, als ich mitten in der Nacht ein Ufo sah. Ich war völlig geflasht. Wunderschöne Lichter strahlten mich an, ich hatte nicht die mindeste Angst, herrliche Energie hat mich überwältigt. Drei Wesen standen in dem Ufo, aber keins davon hat sich bewegt. Es war eine überwältigende Erfahrung."

Bei Maischberger hat sie 2007 über ihre Erfahrungen mit Außerirdischen diskutiert und den ZDF-Wissenschaftsmoderator Joachim Bublath (76), einem promovierten Physiker, der ihre Erkenntnisse anzweifelte, angeblafft: "Mir wird schlecht, wenn ich neben solchen Menschen sitzen muss, die alles ins Lächerliche ziehen."

Nina und der liebe Gott

Ungläubig war Hagen nie in ihrem Leben. Nach ihren früheren DDR-Jahren wandte sie sich im Westen dem Hinduismus zu und gab ihrer Tochter die Vornamen Cosma (= Kosmos = Begegnung mit einem Ufo) und Shiva (nach einer hinduistischen Gottheit).

Das alles war 2009 vorbei: "Ich bin so dankbar und so glücklich! Gestern war mein Tauftag", jubelte die damals 54-Jährige auf ihrer Internetseite. Hagen hatte sich von Karl-Wilhelm ter Horst (70), Pastor der evangelisch-reformierten Kirche, taufen lassen. Sie habe nach mehreren Enttäuschungen bei der Glaubenssuche endlich eine "spirituelle Heimat" gefunden, sagte der Geistliche. Im gleichen Jahr erschien ihre CD "Personal Jesus" mit bekannten Gospel- und Blues-Stücken.