Die Anwesenheit von Tausenden Wagner-Söldnern in Belarus nahe der Ukraine- und polnischen Grenze wirft die Frage auf, welche Bedrohung von ihnen ausgeht. Berichten zufolge haben sich rund 3.500 Wagner-Söldner in Belarus niedergelassen, nachdem der Putschversuch des Wagner-Chefs Jewgeni Prigoschin im vergangenen Monat beendet wurde. Jetzt wurden auch Panzer und Fahrzeuge zusammen gezogen - steht ein neuer Angriff bevor?
Belarussischer Präsident Alexander Lukaschenko spielte eine Schlüsselrolle bei der Beendigung des Aufstands, indem er eine Vereinbarung zwischen Prigoschin und Russland-Präsident Wladimir Putin vermittelte. Der "Marsch der Gerechtigkeit" von Prigoschin sollte angeblich wichtige Mitglieder der russischen Führungsspitze entmachten, weil die militärischen Misserfolge der Russen in der Ukrainenicht zu übersehen sind. Seine Truppen drangen tief ins Land ein und stießen auf wenig Gegenwehr vom russischen Militär. Sie zerstörten sechs Militärhubschrauber und töteten einige Soldaten. Obwohl der Putschversuch als schwerste Bedrohung für Putins Macht während seiner 23-jährigen Herrschaft gilt, scheint die Wagner-Bedrohung weiterhin zu bestehen. Die Aktivistenorganisation "Belaruski Hajun" überwacht die Truppenbewegungen im Land und schätzt, dass sich zwischen 3.450 und 3.650 Söldner in einem Lager in der Nähe von Assipowitschy, etwa 230 Kilometer nördlich der Ukraine-Grenze, niedergelassen haben. Satellitenbilder zeigen, dass die Truppen etwa 700 Fahrzeuge und Baumaschinen mitgebracht haben, was darauf hindeutet, dass ihre Ansiedlung wahrscheinlich nicht nur vorübergehend ist.