Nach dem gescheiterten Putschversuch von Jewgeni Prigoschin sieht sich Wladimir Putin gezwungen, seine Macht zu festigen. Es besteht die Sorge unter Experten, dass der Kreml-Chef dafür ein "entscheidendes Ereignis" inszenieren könnte.
Vor etwa einer Woche erschütterte der Chef der Söldnertruppe, Jewgeni Prigoschin, den Machtsapparat in Russland. Obwohl Wladimir Putin behauptet, dass die Situation nach dem vereitelten Marsch auf Moskau unter Kontrolle sei, deuten Informationen aus Sicherheitskreisen darauf hin, dass die Gefahr noch nicht gebannt ist. "Jewgeni Prigoschin ist nicht der Drahtzieher dieses Putschversuchs. Er ist lediglich ein Werkzeug jener, die gegen Putin rebellieren", erklärt Marko Mihkelson, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des estnischen Parlaments gegenüber der "Bild". "Was wir hier sehen, ist ein ernsthafter Machtkampf innerhalb der russischen Elite. Diese Revolte gegen Putin ist noch lange nicht vorüber. Wir befinden uns mitten in einem russischen Machtkampf."