Ja. Denn es geht um eine Auseinandersetzung mit dem Suchen und Finden der großen Liebe in Zeiten von Online-Dating. Im Krimi folgt auf einen honigsüßen und unbeholfenen Flirt zwischen Kommissar Voss und einer Marktfrau das kalte Erwachen am Tatort und bei den folgenden Ermittlungen: Das allseits beliebte Mordopfer führte noch ein weiteres, ziemlich gnadenloses Liebesleben, dem man schon gewachsen sein muss.
Abstrakter betrachtet zeigt der Krimi den Kontrast zwischen einer romantischen Zufallsbegegnung und einer durch wirtschaftlich-rationale Algorithmen zusammengeführten Begegnung auf. Diesen Kontrast gibt es zweifelsohne. Dennoch ist die berechtigte Kritik am Gebaren der Nutzer von Dating-Plattformen in Anbetracht der vielen echten Liebesbeziehungen, die daraus entstehen, wohl nur die eine Seite der Medaille.
Abgesehen von diesen fehlenden inhaltlichen Graustufen ist der Krimi aber in jedem Fall unterhaltsam und zudem sehr sinnlich inszeniert.