Die vereinbarte Entgelterhöhung von 420 Euro pro Monat über einen Zeitraum von 21 Monaten (eine Erhöhung von 290 Euro ab dem 1. November) sowie eine Inflationsausgleichsprämie von 1.400 Euro dürften für viele EVG-Mitglieder attraktiver gewesen sein als das, was die DB zur Unterschrift vorlegt. Die Bahn bietet eine Erhöhung von 400 Euro über 27 Monate und eine Inflationsausgleichsprämie von 2.850 Euro. Es wäre wohl schwer zu erklären gewesen, warum die EVG-Spitze einem solchen Angebot zustimmt. Die Verhandlungen wurden vor einer Woche abgebrochen. Die endgültige Entscheidung über einen unbefristeten Arbeitskampf während der Sommerferien ist trotz der laufenden Urabstimmung noch unsicher. EVG-Chef Burkert sagte, die Gewerkschaft werde einer Schlichtung nicht im Wege stehen. "Jeder kennt meine Telefonnummer, ebenso wie die Verhandlungsführung bei uns." Es bestehe jederzeit die Möglichkeit, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Auch die Lokführergewerkschaft GDL fordert höhere Gehälter und weniger Arbeitszeit. Die Urabstimmung bedeutet eigentlich einen Streik-Stopp, da die Mitglieder noch verhandeln und dann erst über einen Arbeitskampf entscheiden werden.