China übernimmt wichtigen russischen Kriegs- und Handelshafen, Wladiwostok war einst Chinesisch! Der Transport von Waren aus der chinesischen Nordostprovinz Jilin in den Süden des Landes war bisher eine mühsame Aufgabe. Reis, Getreide oder Mais mussten über Hunderte von Kilometern zum Hafen von Dalian in der benachbarten Provinz Liaoning transportiert werden, um von dort aus auf Schiffe verladen und weiter transportiert zu werden. Hat Putin den Chinesen den Weg geebnet, ganz Wladiwostok zurück zu holen`?
Seit Anfang Juni gibt es jedoch eine Abkürzung: Waren aus Jilin können nun auch über den Hafen von Wladiwostok in den Süden von China verschifft werden. Die russische Stadt liegt nur etwa 50 Kilometer östlich der Provinzgrenze von Jilin, die gleichzeitig die Landesgrenze Chinas ist. Der Nordosten Chinas ist ein wichtiges Produktionszentrum für Industriegüter, Rohstoffe, Getreide und Energie, sagte kürzlich der Wirtschaftswissenschaftler Xiao Wen der staatlichen China Daily. Die Schwierigkeiten beim Transport dieser Güter in den Süden Chinas haben das Wirtschaftswachstum der Region bisher begrenzt. Durch die Öffnung des Hafens von Wladiwostok wird dieses Problem nun gelöst, so Xiao. Bereits seit einigen Jahren gibt es eine ähnliche Vereinbarung mit der Provinz Heilongjiang, die nördlich an Jilin grenzt. Die Öffnung des Hafens scheint eine Win-win-Situation für beide Länder zu sein. Russland hat seit Jahren versucht, ausländische Investoren aus Südkorea und Japan für den Hafen von Wladiwostok zu gewinnen, bisher jedoch ohne Erfolg. Der Ukraine-Krieg hat diese Bestrebungen endgültig zunichte gemacht. Nun könnte China in diese und andere russische Häfen investieren, sagte Bai Ming von der Chinesischen Akademie für internationalen Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit in Peking der Tageszeitung "China Daily".