Die vor etwa einem Monat abgezogenen Wagner-Söldner werden die russischen Linien im Osten des Landes nun wolhl nicht verstärken. Obwohl der Kreml versprochen hat, Prigoschins Kämpfer in das russische Militär zu integrieren, gilt dies nur für diejenigen, die sich nicht am Aufstand gegen Putins Regime beteiligt haben - also nur einige Hundert der 25.000 Aufständischen von gestern. Die meisten Söldner werden wahrscheinlich nach Hause zu ihren Familien zurückkehren oder mit ihrem Chef Jewgeni Prigoschin ins belarussische Exil gehen - ein großer Vorteil für die ukrainische Armee!
Zudem dürften sich die Ereignisse vom Samstag katastrophal auf die Moral der russischen Truppen in der Ukraine auswirken. Die Soldaten und Söldner an der Front wissen nun, wie gespalten ihre Führung in Bezug auf die Gründe für den Krieg und die gewählte Kriegsführung in der Ukraine ist.
Nun wird auch dem letzten russischen Soldaten in der Ukraine klar, dass die russische Militärführung am Samstag keinerlei Mittel fand, einen Konvoi mit 2.000 Strafgefangenen und Söldnern auf ihrem Weg von Rostow nach Moskau mit militärischen Mitteln aufzuhalten. Erst nach 800 von 1000 Kilometern konnten die Rebellen gestoppt werden - nicht durch russische Soldaten, die sich alle weigerten, den Abtrünnigen in den Weg zu stellen, sondern aufgrund eines schmutzigen Deals zwischen Diktator Putin und dem Söldner-Boss Prigoschin. Dies war ein verheerendes Signal der Schwäche für die rund 200.000 Mann starke Besatzungsarmee in der Ukraine.