Zehn Jahre nach ihrer Gründung hat die rechtspopulistische Partei AfD erstmals in Deutschland ein Spitzenamt auf kommunaler Ebene erobert. Bei der Landratswahl im Kreis Sonneberg in Thüringen konnte sich ihr Kandidat Robert Sesselmann (50) am Sonntag durchsetzen. Nach vorläufigen Ergebnissen erhielt er in einer Stichwahl 52,8 Prozent der Stimmen, wie das Wahlamt mitteilte. Der AFD-Höhenflug geht weiter - was bedeutet das für Deutschland?
Der amtierende Landrat Jürgen Köpper von der CDU erreichte lediglich 47,2 Prozent, obwohl er von einer Parteienallianz unterstützt wurde. Sesselmann galt nach einem starken Ergebnis im ersten Wahlgang als Favorit. Der unterlegene Konkurrent bezeichnete das Ergebnis als "enttäuschend" und sprach von einem schlechten Tag für den Landkreis Sonneberg und Thüringen. Köpper erklärte in einer Mitteilung vom Sonntagabend: "Trotz des engagierten Einsatzes zahlloser Wahlhelfer haben die Sonneberger heute anders entschieden." Ein bemerkenswerter Erfolg für die rechtspopulistische Partei AfD. Bei der Wahlparty waren auch AfD-Chef Tino Chrupalla (48) und der rechtsextreme Thüringer Landeschef Björn Höcke (51) anwesend. Chrupalla jubelte am Abend auf Twitter: "Das war erst der Anfang". Weiter sagte er: "Wir überzeugen Mehrheiten mit unserer Politik für die Interessen der Bürger. So werden wir für Deutschland die Wende zum Guten erreichen." Höcke sprach von einem "politischen Wetterleuchten", das von Sonneberg ausgehe.
Das Wahlergebnis wurde von Thüringens Innenminister und SPD-Vorsitzendem Georg Maier als "Alarmsignal für alle demokratischen Kräfte" bezeichnet. Nun gelte es, "parteipolitische Interessen hintanzustellen und gemeinsam die Demokratie zu verteidigen".