Nikolaus Müllner, Leiter des Instituts für Sicherheits- und Risikowissenschaften an der Universität für Bodenkultur Wien, sagte: "Dennoch handelt es sich um eine bedrohliche Situation, die durch den russischen Angriffskrieg entstanden ist." Zwar sei derzeit kein schwerer Atomunfall zu erwarten, aber Kernkraftwerke seien nicht für den Kriegsfall ausgelegt. Niemand habe systematisch darüber nachgedacht, wie man eine Anlage sicher an einer Frontlinie betreiben könne. Moskau und Kiew geben sich gegenseitig die Schuld an der Explosion am Staudamm. Laut dem ukrainischen Geheimdienst hatten die Russen explosives Material an Schleusen und Pfeilern angebracht und zwei mit Sprengstoff beladene Militärlaster auf dem Damm platziert. Es gibt jedoch keine konkreten Beweise dafür. Die Geheimdienste prüfen derzeit die Indizien. Britischen Berichten zufolge ist es noch zu früh für ein endgültiges Urteil über die Ursachen des Dammbruchs.