Alleine der Bund konnte das abgelaufene Jahr mit einem Plus von 19,2 Milliarden Euro abschließen. Die Bundesländer erreichten ingesamt 13,3 Mrd., die Gemeinden 6,6 Mrd und die Sozialversicherungen 10,7 Mrd. Überschuß. Das in diesem Jahr erwirtschaftete Plus entspricht rund 1,4 % des BIP (Bruttoinlandproduktes). Im Vorjahr waren es noch 1,9 % gewesen. Mit diesen Zahlen hat Deutschland keine Probleme die Vorgaben der EU einzuhalten, die den Mitgliedsstaaten maximal ein Defizit von 3 % des BIP erlaubt.
Können sich die Deutschen nun also auf großzügige Steuerentlastungen oder sonstige Vorteile einstellen? Anscheinend nicht, den auch in den Vorjahren wurde dieses Geld nie an den Steuerzahler ausgezahlt. Höchstwahrscheinlich dienen die Einnahmen wieder einmal als Rücklage für schlechtere Zeiten. Im nächsten Jahr soll endlich der Solidaritätszuschlag zum Teil abgeschafft werden und in Zukunft droht ein Strukturwandel, der sich besonders bei den Renten sowie der Kranken- und Pflegeversicherung bemerkbar machen wird. Sorgen bereitet den Experten auch die schwächelnde Wirtschaft, die von Exporten abhängig ist. Besonders die Einführung neuer Zölle auf deutsche Exporte, wie sie beispielsweise von US-Präsident Trump auf deutsche Autos vorgeschlagen wurden, könnten die Ergebnisse in den nächsten Jahren verringern.