Eine beträchtliche Menge! Bernd Düsterdiek (53) vom Städtebund erklärt: "Rasensprenger, die in privaten Gärten oder auf Golfplätzen verwendet werden, verteilen in einer Stunde bis zu 800 Liter Trinkwasser. Bei lang anhaltenden Hitzeperioden in stark betroffenen Regionen kann dies die Versorgungsinfrastruktur an ihre Grenzen bringen."
Martin Weyand, Vorsitzender des Wasser-Verbands, erklärt: "Bei großer Hitze steigt der Bedarf der Haushalte um 40 bis 60 Prozent. Die Menschen bewässern ihre Gärten häufiger, duschen öfter und immer mehr Haushalte besitzen Pools, die mit mehreren Tausend Litern Wasser gefüllt werden." Die Folge sind überforderte Wasserversorgungssysteme. Wenn diese Systeme nicht genügend Nachschub liefern können, müssen Gemeinden kurzfristig Bewässerung von Gärten, Befüllung von Pools oder beispielsweise für Sportanlagen untersagen. Dies gibt den Reserven Zeit, sich wieder aufzufüllen und die Trinkwasserversorgung sicherzustellen, da diese oberste Priorität hat.
Ja, besonders in Bezug auf Abwasser. Die Abwasserkanäle (mit einer Gesamtlänge von 608.000 Kilometern) haben durchschnittlich ein Alter von 40 Jahren. Obwohl der Wasserverbrauch pro Kopf und Tag von 143 Litern (1991) auf derzeit 128 Liter gesunken ist, fließt das Abwasser aufgrund von Sparmaßnahmen nun langsamer durch die Rohre. Dadurch können sich beispielsweise Schwefelsäuren bilden, die strukturelle Schäden an den Leitungen verursachen können. Zudem kommt es zu Geruchsproblemen durch Fäulnisbildung.