Ramaphosa gab bekannt, dass er am Wochenende separate Telefonate mit Putin und Selenskyj geführt habe. Dabei habe er eine Initiative vorgestellt, die von Südafrika, Sambia, Senegal, der Republik Kongo, Uganda und Ägypten ausgearbeitet worden sei. "Meine Gespräche mit den beiden Staats- und Regierungschefs haben gezeigt, dass beide bereit sind, die afrikanischen Staats- und Regierungschefs zu empfangen und darüber zu diskutieren, wie dieser Konflikt beendet werden kann", sagte Ramaphosa bei einer Pressekonferenz in Kapstadt mit dem Premierminister von Singapur.
Allem Anschein nach sollen sowohl Putin als auch Selenskyj dazu bereit sein, die afrikanische Delegation jeweils in ihren Hauptstädten zu empfangen. Die afrikanischen Staatschefs planen nun, so bald wie möglich nach Russland und in die Ukraine zu reisen. Die USA und Großbritannien haben ihre "vorsichtige" Unterstützung für den Plan zum Ausdruck gebracht, und UN-Generalsekretär António Guterres wurde ebenfalls über die Initiative informiert. Südafrika hat seit Beginn des Ukraine-Kriegs eine eher neutrale Position eingenommen und sich bisher geweigert, das russische Vorgehen offiziell zu verurteilen. Im Februar führte Südafrika auch Marinemanöver gemeinsam mit Russland und China durch, was im Westen mit Besorgnis verfolgt wurde. In den ersten Wochen des Krieges hatten bereits Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine stattgefunden. Allerdings waren diese über Unterhändler abgewickelt worden. In letzter Zeit hat sich Selenskyj jedoch gesprächsbereiter gezeigt, und es wurde aus Kiew verlautet, dass nach einer Frühjahrsoffensive möglicherweise Verhandlungen stattfinden könnten.