China verstärkt seine Atomwaffenaufrüstung in einem beispiellosen Tempo, was zunehmend Sorgen und Alarm bei Experten auslöst. US-Wissenschaftler haben auf Satellitenbildern neue Atomsilos in der nordchinesischen Wüste Gobi entdeckt. Obwohl Peking diese Anschuldigungen bisher als "Lügen" abstritt und behauptete, es handele sich um Windräder in einem Energiepark, bestätigen nun Zahlen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri die Aufrüstung.
Im vergangenen Jahr hat China seine bestehenden 350 Atomwaffensprengköpfe um weitere 60 erhöht, was einer Steigerung von fast 20 Prozent entspricht. Und laut dem Sipri-Jahresbericht wird das chinesische Nukleararsenal voraussichtlich weiter wachsen. Bis zum Ende des Jahrzehnts könnte China über eine ähnliche Anzahl atomwaffenfähiger Interkontinentalraketen verfügen wie Russland und die USA, die derzeit führend in diesem Bereich sind. Diese Entwicklung steht im Widerspruch zu Chinas offizieller "minimalistischer" Atomstrategie, die darauf abzielt, die nationale Sicherheit zu gewährleisten. China wollte ursprünglich eine zweite Abschreckungsfähigkeit aufbauen, um einem möglichen atomaren Erstschlag der USA entgegenzuwirken. Allerdings zeigt die Tatsache, dass China nun auch mobile Interkontinentalraketen, Atom-U-Boote und atomwaffenfähige Kampfflugzeuge entwickelt, eine radikale Abkehr von seiner früheren Nuklearpolitik.