Da Estland, Lettland und Litauen keine eigenen Kampfjets besitzen, sichert die NATO bereits seit 2004 den Luftraum der baltischen Staaten. Dazu verlegen die Verbündeten regelmäßig Kampfflugzeuge und Personal nach Siauliai (Litauen) und Ämari (Estland). Am Montag begann außerdem das größte Luftwaffenmanöver in der Geschichte der NATO unter dem Namen "Air Defender 2023", das von Deutschland aus geleitet wird. An der Übung nehmen 25 Nationen sowie die NATO teil und sie dauert bis zum 23. Juni an. Laut Bundeswehr sind rund 10.000 Soldatinnen und Soldaten und 250 Flugzeuge beteiligt, darunter 70 Maschinen aus Deutschland. Die Übung betrifft die Lufträume in Teilen Norddeutschlands und der Nordsee, in Teilen Ostdeutschlands und der Ostsee sowie in Teilen Südwestdeutschlands. Das Manöver zielt darauf ab zu trainieren, wie ein fiktiver Angriff eines östlichen Aggressors von den NATO-Verbündeten abgewehrt wird. Die Idee für das Manöver entstand bereits 2018, also noch vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Jahr 2022, wie von der Luftwaffe angegeben.