Gloria von Thurn und Taxis: Die unberechenbare Fürstin wird 60

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Gloria von Thurn und Taxis: Die unberechenbare Fürstin wird 60

Stars (1 / 1) 24.02.2021 00:33 / Frank Symbolbild imago images/Future Image


Ein Elefant im Porzellanladen?

Sie ist Deutschlands bekannteste Adlige. Mariae Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis, berühmt als "Bayerns Gloria", "Punker-Fürstin", "Pop-Aristokratin" oder "Prinzessin TNT", wobei mit TNT wohl weniger das Kürzel für das Imperium Thurn und Taxis gemeint ist, sondern eher der Sprengstoff. So kennt man sie seit einigen Jahrzehnten.

Für Rock und Pop interessiert sie sich nur mehr am Rande und posaunt stattdessen ihre plastischen Überzeugungen in Sachen Religion, Sexualität, Politik, Klimawandel und mehr in die Welt. Am Sonntag, den 23. Februar, wird Fürstin Gloria, von Haus aus eine Ikone der jugendlichen Unberechenbarkeit, 60 Jahre alt.

Gibt es zu ihrem 60. wieder eine besondere Torte?

Da ist man versucht, an den 60. Geburtstag ihres längst verstorbenen Gemahls Fürst Johannes von Thurn und Taxis (1926-1990) zu erinnern. Das war anno 1986. Gloria, damals 26 Jahre jung, ließ eine selbstkreierte Torte auffahren, die mit 60 Penissen aus Marzipan verziert war.

2018 erklärte sie ihr Geschenk in einem "Wir"-Interview mit einer Art theologischem Manifest: "Wir sind katholisch. Die katholische Religion feiert den Sexualakt. Die Schöpfung Gottes manifestiert sich in der geschlechtlichen Vereinigung. Die Prokreation, also die Fortpflanzung, ist das Heiligste überhaupt."

Was die eigene heilige Prokreation anbelangt, war Gloria zu diesem Zeitpunkt ihrem Mann eine sehr erfolgreiche Gattin, weil dreifache Mutter. Sie hatte ihm bereits zwei Töchter und 1983 den erhofften männlichen Erben geboren. Damit war sie ihrer dynastischen und lebensanschaulichen Verantwortung mehr als gerecht geworden.

Schicksalsbegegnung in München

Die gebürtige Gräfin von Schönburg-Glauchau entstammt wie ihr Mann einem streng katholischen Haus. Ihr Vater Joachim Graf von Schönburg-Glauchau (1929-1998) kommt aus einem sächsischen Geschlecht, das in der DDR enteignet worden war. Er muss also wie jeder Normalsterbliche Geld verdienen und geht 1965 als Journalist im Auftrag des Außenministeriums mit seiner Familie nach Somalia und Togo, um dort den Rundfunk aufzubauen. Gloria und ihre Geschwister verbringen fünf Jahre ihrer Kindheit in Afrika.

Sie ist kein verwöhntes, abgehobenes Adelskind, als sie 1979 im Münchner "Café Reitschule" ihren späteren Mann, den fast 34 Jahre älteren Johannes von Thurn und Taxis, kennenlernt, sondern eine hübsche, lebenshungrige und unverstellte 19-Jährige. Ein neugieriges, schlagfertiges Mädchen, das, wie man seinerzeit zu sagen pflegt, das Herz am rechten Fleck hat. Ein Jahr darauf wird Hochzeit gefeiert, dann kommen auch schon die Kinder.

"Mein Mann war mir sehr ähnlich, er war auch auf der Flucht vor sich selbst. Er hat gehofft, in mir Halt zu finden, und ich in ihm. Bald merkte ich, dass ich die Stärkere bin und auf ihn aufpassen muss", sagt sie 2017 dem "Zeit-Magazin". Doch nicht alles läuft rund in der Ehe. Nach der Geburt des Sohnes hat sie gehofft, "dass wir als Familie jetzt alles gemeinsam machen". Aber ihr Mann zieht wieder mit seinen Freunden los.