Die Ukraine beschuldigt die russischen Besatzer, den Damm in der Region Cherson auf der südlichen Seite des Flusses Dnipro gesprengt zu haben und mögliche Überschwemmungen in Kauf genommen zu haben. Moskau bestreitet dies und behauptet, dass die Schäden am Kachowka-Staudamm durch ukrainischen Beschuss verursacht wurden. Die Darstellungen beider Seiten konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Präsidentenberater Andrij Jermak bezeichnete die Zerstörung des Kachowka-Staudamms ebenfalls als "Ökozid" und machte Russland dafür verantwortlich. Auf Telegram äußerte er sich jedoch nicht näher dazu. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) überwacht die Situation engmaschig und erklärte auf Twitter, dass derzeit keine unmittelbare nukleare Gefahr für das AKW Saporischschja bestehe.
Der Gouverneur der Oblast Cherson, Olexandr Prokudin, teilte auf Telegram mit, dass die Evakuierung von Gebieten in der Umgebung der Stadt Kachowka begonnen hat. Er warnte, dass das Wasser innerhalb von fünf Stunden einen kritischen Stand erreichen werde. Die genaue Situation und das Ausmaß der Überschwemmungen werden derzeit noch ermittelt.