Der kosovarische Ministerpräsident Albin Kurti beschuldigt unterdessen die serbische Regierung, hinter den Ausschreitungen im Norden des Kosovo zu stecken. Er betonte, dass die Eskalation am 29. Mai geplant und gut organisiert gewesen sei und Serbien offiziell dafür verantwortlich sei. Kurti behauptet, dass Serbien kriminelle Gruppen mobilisiert habe, die die Zusammenstöße provozierten und dass viele Kosovo-Serben gezwungen wurden, als "menschliche Schutzschilde" zu dienen. Die USA und Frankreich geben hingegen der kosovarischen Regierung die Schuld an den Spannungen. Der US-Botschafter in Pristina, Jeffrey Hovenier, erklärte, dass die Maßnahmen der kosovarischen Regierung die Krisenatmosphäre geschaffen hätten. Als Reaktion darauf werde das Kosovo von einer gemeinsamen Militärübung ausgeschlossen.
US-Außenminister Antony Blinken rief die Regierungen des Kosovo und Serbiens dazu auf, unverzüglich Schritte zur Deeskalation der Spannungen zu unternehmen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Olaf Scholz haben die Präsidenten des Kosovo und Serbiens aufgefordert, Neuwahlen so bald wie möglich abzuhalten. Russland mischt sich ebenfalls ein und unterstützt bedingungslos Serbien in diesem Konflikt. Das russische Außenministerium forderte die EU auf, die Schuld für die Gewalt nicht den Serben zuzuschieben. Russland verfolgt die Lage im Kosovo aufmerksam und behält sich Reaktionen vor, falls die Interessen Serbiens nicht ausreichend berücksichtigt werden. Eine Eskalation des Konflikts im Kosovo hätte weitreichende Auswirkungen auf Europa und könnte zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen und einer Destabilisierung des gesamten Westbalkans führen. Daher ist es von großer Bedeutung, eine weitere Eskalation zu verhindern und eine Deeskalation der Spannungen anzustreben.