Noch schlimmer ist, dass auch die fünf Meter langen Abwehrraketen vom Typ "Patriot" aufgrund ihrer Flugeigenschaften die "Iskander"-Raketen erst wenige Kilometer vor dem Ziel abfangen können, oft schon über bewohntem Gebiet. Auch sie stürzen daraufhin ab und können Menschen töten und verletzen, wie schockierte Autofahrer vor Kurzem auf einer Hauptverkehrsstraße in Kiew beobachten mussten. Die "Iskander"-Geschosse werden somit zu wahren Monster-Raketen, die auch nach dem Abschuss noch eine verheerende Wirkung haben – nicht auf das möglicherweise militärische Ziel, sondern willkürlich auf die umliegenden zivilen Gebiete. Der Einsatz der russischen bodengestützten ballistischen Raketen "Iskander-M" gegen die ukrainische Hauptstadt zeigt zudem die Verzweiflung des Kremls. Nachdem Hunderte von iranischen Kamikaze-Drohnen und ebenso viele Marschflugkörper von Schiffen oder Flugzeugen keinen Erfolg brachten, greift der Kreml nun auf seine Top-Waffen zurück.
Die ballistischen Raketen kosten rund 2 Millionen Dollar pro Stück. Diese wurden erst ab den 1990er-Jahren entwickelt und ab 2005 in den Dienst gestellt. Ursprünglich sollten sie mit ihrer Reichweite von 400 Kilometern und ihrer Fähigkeit, Atomwaffen zu tragen, in einem möglichen Krieg gegen die NATO zum Einsatz kommen. Stattdessen verwüsten diese Monster-Raketen nun Krankenhäuser und Erholungsparks. Und die Abschussrate von 100 Prozent, die durch Patriot- und Iris-T-Systeme erreicht wird, zeigt, dass auch diese russischen Raketen bei Weitem nicht das halten, was die russische Propaganda verspricht. Sie enthüllt, dass in einem Krieg gegen den Westen, in dem sie hauptsächlich von Kaliningrad aus abgefeuert würden, vermutlich der Großteil der Raketen von der polnischen Luftabwehr abgefangen werden könnte, noch bevor sie möglicherweise nuklear bestückte Ziele wie Warschau oder Berlin erreichen würden.