3. Fehlende klare Linie gegenüber Putin:
Fiona Hill, eine Russland-Expertin und ehemalige Beamtin des Nationalen US-Sicherheitsrats, erklärt, dass Merkel federführend bei den Verhandlungen nach der Krim-Annexion gewesen sei, die sowohl die Ukraine enttäuschten als auch Russland keine nennenswerte Strafe auferlegten. Es seien keine klaren Grenzen für Putin gezogen worden. Laut dem Bericht sei Merkel mit ihrer Politik ein kalkuliertes Risiko eingegangen, das letztendlich gescheitert sei.
4. Kürzung des Verteidigungshaushalts:
Das "Wall Street Journal" bemängelt, dass Merkels Regierungen den Verteidigungshaushalt gekürzt und gleichzeitig die Sozialausgaben erhöht hätten. Am Tag von Putins Invasion in die Ukraine habe ein deutscher Bundeswehr-Generalleutnant seine Unzufriedenheit über diese Entscheidung zum Ausdruck gebracht.
5. Ablehnung des Nato-Beitritts der Ukraine:
Die Sicherheitsexpertin Fiona Hill betont, dass Merkel 2008 einen Vorstoß der Bush-Regierung zur Aufnahme der Ukraine und Georgiens in die Nato blockierte. Stattdessen hätten beide Länder nur eine unverbindliche Einladung erhalten, was Hill als "das Schlimmste aller Entscjeidungen" bezeichnete. Dies habe Putin verärgert, ohne den beiden Ländern Schutz zu bieten. Angesichts dieser Vorwürfe wird deutlich, dass auch im Ausland zunehmend Kritik an Merkels Russland-Politik laut wird. Merkel selbst hat eine Interview-Anfrage des "Wall Street Journal" abgelehnt und bereits eingeräumt, dass sie nicht jeden Tag eine flammende Rede für das Zwei-Prozent-Ziel der Nato gehalten hat.