Der estnische Präsident Alar Karis hält es für unwahrscheinlich, dass der russische Präsident Wladimir Putin im Krieg gegen die Ukraine Nuklearwaffen einsetzen wird. Allerdings könnte er in einer "sehr verzweifelten" Situation den Einsatz von Massenvernichtungswaffen in Betracht ziehen. Greift Putin wirklich zum letzten Mittel?
In einem Gespräch mit Newsweek betonte Karis die Notwendigkeit, sich auf eine solche Situation vorzubereiten. "Es gibt nur sehr wenige Menschen, die Putin nahe stehen und wirklich wissen, was er vorhat. Aber er ist definitiv nicht geisteskrank, zumindest nicht im medizinischen Sinne. Das bedeutet, dass er genau weiß, was er tut", sagte Karis über den russischen Präsidenten. "Es gibt zwar nicht viele Informationen, aber man kann spekulieren, dass etwas nicht so läuft, wie Putin es will, wenn er damit beginnt, Generäle auszutauschen", fügte der estnische Präsident hinzu. Karis warnte vor der Möglichkeit, dass Putin Atomwaffen einsetzen könnte, wenn Russland in einer sehr verzweifelten Lage ist. Er bezog sich dabei auf das Atomwaffenarsenal Moskaus. "Aber das ist nicht so einfach. Man hat nicht einfach einen Knopf in der Ecke, den man drückt. Es gibt immer noch bestimmte Schritte zu befolgen." Bislang haben jüngere nukleare Drohungen, wie Putins Ankündigung, taktische Nuklearsprengköpfe in Belarus zu stationieren, kaum Auswirkungen gehabt. Darüber hinaus ist der Zustand der russischen Atomwaffen unklar.