Militärexperten wie der pensionierte australische General Mick Ryan sehen in diesen Angriffen eine Vorbereitung auf die bevorstehende Gegenoffensive der Ukraine. Es ist logisch, dass das ukrainische Oberkommando vor einer größeren Gegenoffensive die maximale Zerstörung von russischer Artillerie und von russischen Artilleriemunitionslagern anstrebt.
Um ihre Fähigkeiten zu verbessern, hat die Ukraine seit Ende April 2022 155-mm-Artilleriesysteme nach Nato-Standard erhalten. Diese ermöglichen es den ukrainischen Kanonieren, Ziele außerhalb der Reichweite des russischen Gegenfeuers zu treffen. Die von Polen bereitgestellte selbstfahrende Krab-Haubitze soll so präzise sein, dass sie ein panzergroßes Ziel ohne den Einsatz einer Lenkgranate aus einer Entfernung von mehr als 30 Kilometern mit fünf Schüssen treffen kann. Allerdings gab es laut der Zeitung Kyiv Post im April auch Probleme mit Artilleriemunition, insbesondere rund um die umkämpfte Stadt Bachmut. Ukrainische Telegram-Kanäle des Militärs beklagten sich häufig über punktuellen Mangel an Artilleriemunition, was dazu führte, dass die ukrainische Armee schwere Verluste erlitt, weil sie russische Angriffe ohne angemessene Artillerieunterstützung abwehren musste.