Prigoschin-treue Militärblogger veröffentlichten Karten, auf denen die angeblichen Rückzugsgebiete der russischen Armee zu erkennen sein sollen. Diese befinden sich demnach sowohl nordwestlich als auch südwestlich der seit September letzten Jahres umkämpften Stadt Bachmut. Das russische Verteidigungsministerium reagierte auf die Angriffe seiner verbündeten russischen Söldner zuerst mit Lügen und verkündete am Donnerstagabend: "Aussagen einzelner Telegram-Kanäle über 'Verteidigungsdurchbrüche', die an verschiedenen Stellen der Kontaktlinie stattgefunden hätten, entsprechen nicht der Realität." Am Freitag dann die 180-Grad-Wende. Erstmals seit November letzten Jahres räumte Moskau ein, sich an einzelnen Frontabschnitten zurückziehen zu müssen.
In einer Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums heißt es wörtlich, der "Feind" habe "Offensivoperationen entlang der insgesamt mehr als 95 Kilometer langen Kontaktlinie" durchgeführt und dabei "mehr als tausend Militärangehörige, bis zu 40 Panzer sowie andere Militär- und Spezialausrüstung" genutzt. Das Eingeständnis eines weiteren Rückzugs unter ukrainischem Feuer erfolgte wie immer in verschwurbelter Sprache: "Um die Stabilität der Verteidigung zu erhöhen", hätten russische Einheiten "unter Berücksichtigung der günstigen Bedingungen des Berchowski-Stausees" Positionen entlang des Sees "besetzt". Und dabei hat die geplante große Gegenoffensive der Ukraine bislang nicht einmal begonnen.