An einem regnerischen Frühlingsnachmittag haben sich in Kasachstans größter Stadt Almaty Dutzende Menschen versammelt, um ihre eigene Landessprache zu lernen. Skalosubow hat unter seinen Teilnehmern Junge und Alte, Männer und Frauen. Eine ältere Dame hat ihren Enkel mitgebracht. Die Idee, Kasachisch zu lernen, wurde auch durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verstärkt, da die Menschen in Kasachstan sich fragten, welche Zukunft ihnen bevorsteht. "Russlands Krieg in der Ukraine hat sich sehr auf die Stimmung hier ausgewirkt", sagt der 21-jährige Skalosubow. "Er hat viele Fragen aufgeworfen: Was sind wir für ein Volk? Was haben wir für eine Zukunft? Könnten wir uns auch irgendwann in einer solchen Situation wiederfinden wie die Ukraine?" Viele Kasachen sehen das Erlernen ihrer Sprache als eine Art Protest gegen Russland. Allem Anschein nach hat Russland also auch dort viel Symphatien eingebüßt.