Der britische Geheimdienst berichtete letzte Woche, dass die russischen Streitkräfte Kampfstellungen auf den Reaktorgebäuden der Anlage in der Stadt Enerhodar errichtet haben, die etwa 300 Meilen vom Ort der Atomkatastrophe von Tschernobyl 1986 entfernt liegt. Das britische Verteidigungsministerium erklärte, dass "direkte katastrophale Schäden an den Reaktoren" unwahrscheinlich seien, "weil die Strukturen sehr stark verstärkt sind".
Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) teilten der staatlichen ukrainischen Atomaufsichtsbehörde am Mittwoch mit, dass die Russen militärische Ausrüstung, Waffen und Sprengstoff in der Turbinenhalle des vierten Reaktors des AKW ZNPP deponiert hätten, berichtete die Neue Stimme der Ukraine.
International ist man besorgt, dass das Atomkraftwerk in die Feindseligkeiten hineingezogen wird. Mark Nelson, Gründer des Radiant Energy Fund und Berater in Sachen Kernenergie, erklärte gegenüber Newsweek, dass die Situation im Atomkraftwerk keine Gefahr für die breite Öffentlichkeit darstelle, sondern dass die größte Gefahr von den Mitarbeitern ausgehe, die dort festgehalten werden.
"[Das Risiko] liegt bei den Mitarbeitern des größten Atomkraftwerks Europas und den Kosten und der Zeit, die nötig sind, um das Kraftwerk nach dem Krieg wieder in Betrieb zu nehmen."