Schon am vergangenen Donnerstag hatten Beobachter vor einer möglichen Auseinandersetzungen gewarnt, nachdem die RSF eine Mobilisierung durchgeführt hatte. Diese Maßnahme war als Drohgebärde von RSF-Anführer Mohammed Hamdan Daglo gegen den sudanesischen Machthaber Abdel Fatah Al Burhan gewertet worden. Experten befürchten nun, dass diese Auseinandersetzungen in einen neuen Bürgerkrieg münden könnten. Videos in den sozialen Medien zeigen Angriffe von Kampfflugzeugen gegen Ziele in der sudanesischen Hauptstadt. Auch Hubschrauber sollen über der Stadt kreisen. Die Aufnahmen zeigen schwere Schäden auf dem Flughafen, wo offenbar mehrere Passagiermaschinen in Brand geraten sind. Der zivile Flugverkehr in dem Land soll vollkommen zum Erliegen gekommen sein. Nach dem Sturz des Langzeitmachthabers Omar al Baschir im Jahr 2019 ist im Sudan das Militär an der Macht. Eine Eingliederung der RSF ins Militär wäre ein wichtiger Schritt auf dem Weg hin zu einer Zivilregierung gewesen. Offenbar liegt der Grund für den Putsch in eben dieser Verzögerung bei der Bildung einer Zivilregierung. Im Verlauf der Woche hatte die Militärregierung die Ernennung eines neuen Premierministers blockiert und so die Machtübergabe weiter hinausgezögert.