So erzieht Alessandra Meyer-Wölden ihre fünf Kinder

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So erzieht Alessandra Meyer-Wölden ihre fünf Kinder

Stars (2 / 1) 05.02.2021 00:33 / Julia Symbolbild Gräfe und Unzer/ Dina Zhulii aus Just add LoveGräfe und Unzer/ Dina Zhulii


Meyer-Wölden: Das kann man nie ganz vermeiden, mit fünf Kindern ist es grundsätzlich eine Stresssituation. Es sind schließlich Kinder und keine Roboter. Es gibt immer einen, den es mit einer Erkältung erwischt, oder der nachts schlecht geträumt hat. Und man hat ja auch selbst mal einen schlechten Tag. Das Wichtigste ist, die Ruhe zu bewahren. Und da hilft es, wenn man diese Struktur und einen Alltag hat, der den Rest zum Selbstläufer macht.

Wie organisieren Sie die täglichen Mahlzeiten?

Meyer-Wölden: Ich koche grundsätzlich jeden Morgen für meine Kinder frisch: vom Frühstück, über die Snacks für die Schule oder Mittagessen, das ich ihnen mitgebe, weil ich einfach kontrollieren möchte, was die Kinder zu sich nehmen. Wir haben nur einen Körper und ich halte es für extrem wichtig, frisch für die Kinder zu kochen. Wenn ich meine Basics wie Tomatensoße oder Bolognese mache, koche ich zudem gerne ein bisschen mehr und friere einen Teil ein. Schließlich kann immer etwas passieren, das verhindert, dass man zum Kochen kommt. Am Sonntagabend mache ich außerdem einen Essensplan für die ganze Woche, auch um den Überblick über meine Einkäufe zu behalten.

Welche Gerichte kommen bei den Kindern besonders gut an?

Meyer-Wölden: In das Buch habe ich genau die Gerichte aufgenommen, die die Kinder lieben: Lasagne, Burger oder Chicken Nuggets. Ich habe versucht, eine Grundlage an Rezepten an andere Mütter weiterzugeben, die Kinder ansprechen. Welches Kind mag schließlich keine Pizza? Und wenn der Nachwuchs nicht weiß, dass Blumenkohl im Teig versteckt ist, ist das eine Möglichkeit für Mütter, ein bisschen zu tricksen. Die Kinder freuen sich über die Pizza, die Mütter wissen, dass sie gesund ist. Niemand soll das Gefühl haben, er müsse auf etwas verzichten.

Das Cover von Alessandra Meyer-Wöldens Buch "Just add Love" Gräfe und Unzer/ Dina Zhulii

Sie verzichten in Ihren Rezepten komplett auf industriellen Zucker...

Meyer-Wölden: Ich verzichte grundsätzlich überall auf industriellen Zucker. Und ich hoffe, dass ich meinen Kindern eine gute Grundlage mitgegeben habe, dass sie auch woanders "nein" dazu sagen. Ich greife zum Beispiel auf Datteln oder Süßkartoffeln zurück, die von Natur aus schon süß genug sind. Es gibt genügend Möglichkeiten, um industriellen Zucker zu ersetzen oder sich die Süße durch Obst oder Gemüse zu holen.

Und wie gehen Sie damit um, wenn die Kinder unterwegs doch mal ein abgepacktes Eis oder einen Softdrink einfordern?

Meyer-Wölden: Ich achte darauf, dass die Kinder nicht das Gefühl haben, dass sie auf irgendetwas verzichten müssen und bin die Letzte, die dann "nein" sagt. Ausprobieren gehört immer dazu. Wenn man aber von Anfang an konsequent bleibt, und dem Kind beispielsweise nur Wasser anbietet, dann wird es keine Softdrinks verlangen. Meine Kinder fragen nicht danach, weil sie es entweder nicht kennen oder weil sich ihr Geschmack gar nicht in die Richtung entwickelt hat. Andere Mütter schauen mich dann an und fragen, was mit meinen Kindern los ist. (lacht)