In den letzten Wochen hat der neue Verteidigungsminister Boris Pistorius mit eisernem Besen die eingefahrenen Strukturen bei der Bundeswehr gelöst. Dabei hatte der SPD-Politiker weder auf Namen Noch auf Dienstgrade Rücksicht genommen. Ein Vorgehen, dass sich nun vielleicht sogar rächen könnte, weil angeblich einige der entlassen Militärs auf Rache sinnen.
Nachdem Pistorius einige Tage im Amt gewesen war, wurde ihm unter anderem eine Todesanzeige für eine Traueranzeige eines verstorbene Mitarbeiter zum Abzeichnen auf den Schreibtisch gelegt. Anhand dieses Vorfalls hatte der Minister entdeckt, dass die Arbeit im Bundesverteidigungsministerium nicht so funktioniert, wie sie funktionieren sollte. Daraufhin hatte sich der Minister entschlossen den Apparat in seinem Haus komplett umzubauen. Zukünftig sollen die Aufgaben klar verteilt werden und die sogenannte Verantwortungsdiffusion der Vergangenheit angehören. Seitdem mussten unter anderem Generalinspekteur Eberhard Zorn und die Chefin des Beschaffungsamts, Gabriela Korb, ihren Hut nehmen. So drastisch wie Pistorius hatte in den letzten Jahren noch keinen Verteidigungsminister seine Aufgabe angegangen. Doch innerhalb des Verteidigungsministeriums soll es nun offenbar zu hässlichen Intrigen kommen. Während bei den einfachen Soldaten die Begeisterung über Pistorius groß ist, sollen intern im Bendlerblock frustrierte Militärs gegen den neuen Minister arbeiten. Vor allem die Kündigung für Generalinspektor Zorn haben einige Offiziere Pistorius übelgenommen und auch das Ende für Korb soll bei einigen Führungskräfte offenbar nicht für Begeisterung gesorgt haben.