Joachim Löw: Ein Leben für den Fußball

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Joachim Löw: Ein Leben für den Fußball

Stars (1 / 1) 04.02.2021 00:33 / Peter Symbolbild imago images / Photopress Müller


Bundestrainer feiert 60. Geburtstag

Nach dem Sommermärchen in Deutschland war sich der Deutsche Fußball-Bund 2006 einig: Unter seiner Führung dürfte die Nationalmannschaft in Zukunft die schwierigsten Gegner bezwingen. Joachim Löw hatte es schließlich drei Jahre zuvor selbst vorgemacht und es bis ganz nach oben an die Spitze geschafft. Sein Gegner damals: Das mit 5895 Höhenmetern höchste Bergmassiv Afrikas - der Kilimandscharo.

Löw bezeichnet die Expedition in einem Interview mit der Berliner Morgenpost 2016 als "interessantestes und erkenntnisreichstes Erlebnis überhaupt in meinem Leben." Sie hat Löw gelehrt, niemals aufzugeben und auch nach Rückschlägen an sich selbst zu glauben: "Diese Grenzerfahrung hat mir gezeigt, dass es immer weiter geht, dass man immer noch einen Schritt nach vorne machen kann, selbst wenn man glaubt, dass es nicht mehr geht. Und wenn man das Ziel sieht, egal wie schwer es zu erreichen ist, dann dreht man nicht um!"

Löw bleibt seiner Heimat treu

Gegenwind ist Löw vor allem in seiner Laufbahn als Trainer gewohnt. Bevor er es aber überhaupt in diese Position schafft, spielt Löw erstmal selbst auf dem Rasen auf. Verwurzelt ist er im tiefsten Südwesten, im badischen Schwarzwald, was man auch gleich aus seinem breiten Dialekt heraushört. 1960 kommt er in Schönau zur Welt. Nach der mittleren Reife absolviert er eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Parallel dazu schnürt Löw die Fußballschuhe für den örtlichen Fußballverein.

1978 gelingt ihm der Sprung zu den Profis des SC Freiburg, die gerade mit ihrer Mannschaft in die 2. Fußball-Bundesliga aufgestiegen sind. Räumlich gesehen bringt Löw kaum Varianz in seine Stationen als Spieler. Er wechselt oft innerhalb von Baden-Württemberg hin und her, läuft für den Karlsruher SC und den VfB Stuttgart auf und geht zwischendurch wieder nach Freiburg zurück. Gegen Ende seiner Spielerkarriere wagt er noch einmal den Sprung in die nahegelegene Schweiz und schließt sich dort bis 1995 drei verschiedenen Mannschaften an.

Erster Titelgewinn mit dem VfB Stuttgart

Anschließend kehrt er als Coach nach Deutschland zurück. Er steigt als Assistenz-Trainer beim VfB Stuttgart ein und wird bereits nach einem Jahr zum Chef an der Seitenlinie befördert. Mit dem Club gelingt ihm 1997 sein größter Erfolg als Vereinstrainer: Löw gewinnt den DFB-Pokal. Nach einem weiteren Jahr wechselt er in die Türkei zu Fenerbahce Istanbul. Bis 2003 folgt für Löw jährlich ein neues Engagement bei einem Team in der Türkei, Deutschland oder Österreich. Bei keinem seiner weiteren Vereine ist er so erfolgreich wie in Stuttgart.

Nach der desaströsen Europameisterschaft 2004, bei der Deutschland in der Gruppenhase ausgeschieden war, liegt der deutsche Fußball vor der anstehenden WM im eigenen Land brach. Rudi Völler (59) tritt als Trainer zurück. Die Verantwortlichen beim DFB verpflichten Jürgen Klinsmann (55) als neuen Chefcoach Der installiert in Kürze einen ganzen Stab an weiteren Trainern und Spezialisten. Sein wichtigster Fachmann dabei: Joachim Löw.

Löw wird zum Bundestrainer befördert

In den kommenden zwei Jahren ist Löw mehr als der Co-Trainer unter Klinsmann. Während 'Klinsi' der große Motivator ist, der mit seiner positiven und lockeren Art die Spieler in jedem Match heiß macht, ist Löw für die Spielweise zuständig. Löw ist Taktgeber, Stratege, er hat den inhaltlichen Masterplan im Kopf. Mit dieser Rollenverteilung holen die beiden mit der Nationalmannschaft den dritten Platz bei der Heim-WM und schreiben die Geschichte des Sommermärchens.

Klinsmann sieht seine Arbeit daraufhin als beendet an. Der DFB braucht wieder einen neuen Trainer - und befördert Löw. Nur logisch, dass man ihm fortan den Job in der ersten Reihe zutraut. Löw entwickelt die Mannschaft mit dem eingeschlagenen Weg - vermehrt auf die Jugend zu setzen - konsequent weiter.

Löw entwickelt sich weltmeisterlich