Der Vater des Beschuldigten, der Gouverneur der Großregion Krasnojarsk in Sibirien, hatte die Ermittlungen gegen seinen Sohn zuvor als "politisch motiviert“ bezeichnet. Er sagte, Artjom sei in ein "geopolitisches Spiel“ verwickelt worden und die Anschuldigungen gegen ihn seien "fabriziert“ gewesen. Auch das russische Regime schloss sich dieser Ansicht an: Kremlsprecher Dmitri Peskow verurteilte damals "die Praxis solcher Festnahmen russischer Staatsbürger“ im Ausland. Russland selbst hatte Uss nach seiner Festnahme in Mailand im Oktober wegen Geldwäschevorwürfen auf eine Fahndungsliste gesetzt. Vermutungen legten damals allerdings nahe, dass die russische Regierung ihre Ermittlungen als Begründung für einen eigenen Auslieferungsantrag angeben wollte. Offenbar erschien Uss jetzt nach seiner Rückkehr nach Russland freiwillig in der Ermittlungsabteilung des russischen Innenministeriums - das sagte zumindest sein Anwalt Alexei Tikhomirov laut RIA Nowosti. Mit Sicherheit dürfte die Flucht des Spions nicht gerade zuträglich für die Beziehungen zwischen Italien und den USA sein.