Allem Anschein nach kommen vor allem westliche Analysten zu dem Ergebnis, dass ein Machtkampf um die Vorherrschaft in Russland dabei ist zu eskalieren. Denn Tatarski gilt als Freund von Jewgeni Prigoschin und hatte wie dieser seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine das zu zögerliche Vorgehen der russischen Armee scharf kritisiert. Dabei hatte Tartarski öffentlich mehrmals den russischen Verteidigungsminister Sergei Schoigu und den russischen Generalstabschef Walerie Gerassimow beleidigt. Kritik an Putin selbst hatte Tartarski allerdings nicht geäußert. Auch weil der Anschlag in einem Café stattfand, dass sich angeblich im Besitz von Jewgeni Prigoschin befindet, sehen westliche Experten als einen Hinweis darauf, dass es sich bei der Aktion um einen Denkzettel handeln könnte. Historiker Jan Behrends sieht das Land mittlerweile sogar auf der Schwelle zu einem drohenden Bürgerkrieg. Zahlreiche bewaffnete Gruppen im Land würden dort um die Macht kämpfen. Deshalb müssten sich die russischen Bürger zukünftig auf Repression und Gewalt im Alltag einstellen. Andere Experten sehen in den Bombenanschlag außerdem eine Schwäche Putins, weil dieser offenbar nicht mehr in der Lage ist, die Streitigkeiten in seiner Machtelite zu unterbinden. Experten vermuten, dass die Gewalt immer offener zutage tritt, wenn Putin nicht schnellstens militärische Erfolge in der Ukraine vorweisen kann.