Am Sonntag muss das Land nun entscheiden, ob man seinen Weg weiter an der Seite der EU gehen will, oder ob man eine radikale Wende in Richtung Russland vollzieht. Denn zuletzt war die Koalition und der Staatspräsident Kiril Petkov zerbrochen. Streitfrage war vor allem die Frage nach Waffenlieferungen an die Ukraine. Petkoff will den europafreundlichen Kurs fortsetzen, doch seine Allianz mit der Sozialistischen Partei gilt als gescheitert, da diese offenbar russische Interessen unterstützt. Petkovs Partei geht als Favorit in die Wahl und soll rund 28 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Zum Regieren ist man allerdings auf einen Partner angewiesen. Petkov hatte zuletzt 70 russische Diplomaten ausgewiesen, während der ehemalige Präsident Borissov, dessen Partei nur unwesentlich weniger Stimmen auf sich vereint, immer einen russlandfreundlichen Kurs gefahren ist. So hatte Borissow das Land unter anderem abhängiger von russischen Gaslieferungen gemacht. Schlecht steht im Augenblick allerdings die Sozialistische Partei da, die lediglich etwa 9 Prozent der Stimmen erreichen wird. Bei der Wahl am Sonntag wird es nun darauf ankommen, eine Regierung zu bilden, die Zusammenhalt garantiert. Sollte die Regierungsbildung scheitern, würde dies vor allem den Befürwortern Moskaus in die Hände spielen. Bleibt also zu hoffen, dass sich Bulgarien nicht wie Ungarn vom Rest Europas abwendet.