Wie man sieht, hat der Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag äußerst unangenehme Auswirkungen für Wladimir Putin. Denn dieser muss nun bei Reisen ins Ausland mit seiner Verhaftung rechnen. Nachdem diese Maßnahme zunächst für Hohn und Spott in Russland gesorgt hat, wird dem Kreml-Führer seine Lage offenbar nach und nach realistisch vorgeführt - denn nun droht Putin sogar ein Verbündeter mit Verhaftung!
Bislang hatte man dort die Auffassung vertreten, dass kein Land den Haftbefehl gegen den amtierenden Präsidenten einer Atommacht tatsächlich umsetzen würde. Nun jedoch muss Putin offenbar überraschend feststellen, dass er sich bei dieser Annahme verkalkuliert haben könnte. Denn nun droht sogar ein mit Russland verbündetes Land mit einer Festnahme von Putin. Mehr oder weniger ein Fingerzeig, dass Putin zukünftig auf Besuche verzichten sollte. Dabei handelt es sich um Armenien. Das Land unterhält enge wirtschaftliche, militärische und diplomatische Beziehungen zu Russland und ist außerdem Mitglied in der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS), dem russischen Gegenstück zur NATO. Zuletzt hatten sich der armenische Premierminister Nikol Paschinjan und der russische Präsident Wladimir Putin immer wieder bei Konferenzen getroffen. Als Putin seine Invasion in der Ukraine startete, befand sich Paschinjan gerade auf Staatsbesuch in Moskau.