Zunächst kritisierte Michejew das Vorgehen der russischen Armee auf dem Schlachtfeld. Diesen Männern wollte er die Heldenhaftigkeit nicht absprechen. Angesichts der ständigen Misserfolge kam der Wissenschaftler allerdings zu dem Schluss, das Russland die Spielregeln und Regeln des Krieges aufgezwungen wurden. So fragte Michejew unter anderem, wieso keine militärischen Aktionen durchgeführt werden, die die russischen Feinde radikal schwächen. Damit spielte Michejew vor allem auf Angriffe auf Entscheidungszentren, Verkehrsinfrastruktur die ukrainische Hauptstadt Kiew an. Aus seiner Sicht sei es unerklärlich, dass auch aktuell immer wieder Delegationen aus dem Westen ohne großes Risiko nach Kiew reisen können. Zuletzt war neben deutschen Politikern auch der amerikanische Präsident Joe Biden zu einem Besuch in Kiew eingetroffen.“Wenn es so weitergeht, werden wir nicht mehr lange genug leben, um bei dieser Spezialoperation Erfolge zu sehen. Dann dürfte selbst unsere Regierung den Konflikt nicht überleben“, kündigte Michejew an. Dieser fordert nun die russische Regierung auf eine Entscheidung zu treffen. Entweder mit allen Mitteln vorwärtsmarschieren oder sich eben im Rahmen eines riesigen Mißerfolgs zurückzuziehen. Im Augenblick scheint die Lage auch an der Front äußerst angespannt zu sein. Zuletzt hatte der Chef der Söldner-Gruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, angekündigt seine Kämpfer von der Front abzuziehen, wenn die russische Militärführung nicht in der Lage sei genügend Waffen und Munition an die Front zu liefern.