In den ersten Monaten des Krieges war Mariupol zum Inbegriff des ukrainischen Widerstands geworden. Zunächst hatten die russischen Truppen dort ein Theater zerstört, in dessen Keller zahlreiche Zivilisten getötet wurden. Satellitenbilder hatten bewiesen, das die Zivilisten zuvor vor dem Gebäude den Schriftzug Kinder angebracht hatten, um die Russen von der Bombardierung des Gebäudes abzuhalten. Allein bei diesem Vorfall sollen hunderte Zivilisten getötet worden sein. Später hatten sich ukrainische Kämpfer monatelang in den Katakomben unter dem einheimischen Stahlwerk verschanzt, um Widerstand gegen die russischen Besatzer zu leisten. Schließlich jedoch mussten sich die ukrainische Kämpfer ergeben. Mitarbeiter des Roten Kreuzes hatten die Zustände vor Ort als absolute Hölle bezeichnet. In Mariupol habe es außerdem die größte Anzahl an getöteten Zivilisten gegeben. Mehr als 2.000 Fälle sein bislang dokumentiert, wobei Experten jedoch sicher sind, das dort Tausende weitere Menschen gestorben sind.