Selbstredend hat sich auch im "Star Trek"-Universum einiges getan, seit Jean-Luc Picard letztmals den Zeigefinger hob und "Energie" in die Kamera raunte. Das mehr oder minder zusammenhangslose "Abenteuer der Woche" von damals ist einer stringenten Erzählstruktur gewichen, wie sie spätestens seit "Star Trek: Discovery" auch bei der Sternenflotte Standard geworden ist. Und auch für die Action ist der nimmermüde Captain, der sich früher stets an vorderster Front in wahnwitzig riskante Außenmissionen stürzte, nicht mehr zuständig. Mit nun 79 Jahren sei Stewart das vergönnt.
Hierfür wurde ein junger, vielversprechender Cast gefunden, den die Weltraum-Legende in den ersten Folgen um sich schart. Die Mischung aus (sehr) alt und (sehr) jung weiß in den ersten drei Episoden jedenfalls schon zu gefallen. Ab Minute eins wird auch deutlich, dass "Picard" als ambitioniertes Projekt zu verstehen ist: Mehrere aufwändige Schauplätze, oft gewechselt und gerne mit Weitwinkelobjektiv besonders episch präsentiert - "Picard" sieht wunderschön aus.
Gekommen, um zu bleibenDreh- und Angelpunkt bleibt natürlich der titelgebende Star der Serie. Und was soll man sagen: Schon während "Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert" wunderten sich manche Zuschauer nicht schlecht, dass mit Patrick Stewart ein ungemein talentierter Theaterschauspieler für eine vermeintlich banale Sci-Fi-Serie gewonnen werden konnte.
Verlernt hat Stewart seither jedenfalls nichts, im Gegenteil: Mit dem Selbstverständnis einer jahrzehntelangen Karriere im Rücken kehrt Stewart als Sternenflottengröße zurück, so als sei er nie weg gewesen. Das Fazit nach den ersten Episoden fällt daher eindeutig aus: "Picard" dürfte mit doppelter Warp-Geschwindigkeit die Herzen der Fans erobern. Umso erfreulicher, dass bereits eine zweite Staffel bestätigt wurde.
The story is just getting started. #StarTrekPicard has been renewed for Season 2 on @CBSAllAccess. pic.twitter.com/1sXtEz6gvD
— Star Trek on CBS All Access (@startrekcbs) January 12, 2020