"Star Trek: Picard": Der alte Mann und das Weltall

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"Star Trek: Picard": Der alte Mann und das Weltall

Stars (1 / 1) 25.01.2021 00:33 / Frank Symbolbild ©2019 CBS Interactive, Inc. All Rights Reserved


Neue Serie mit Patrick Stewart

Von 1987 bis 1994 trug er ihn, den adretten roten Sternenflotten-Onesie. Den 178 Folgen von "Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert" folgten dann noch vier Kinofilme, in denen Patrick Stewart (79) ebenfalls als der Captain mit dem klangvollen Namen Jean-Luc Picard zu sehen war. Dann die Weltraumleere, 18 Jahre ist Picards bislang letztes Abenteuer her. Das ändert sich ab dem 24. Januar, wenn hierzulande via Amazon Prime Video einmal pro Woche die neue Serie "Star Trek: Picard" zu sehen ist. Aber lohnt sich das überhaupt, oder sollte mit Warp-Geschwindigkeit weggezappt werden?

Weingut statt Weltraum: Darum geht es

Rund 20 Jahre sind vergangen, seit die Crew der Enterprise-E im Kampf mit den Romulanern den Tod ihres geliebten Freundes Data (Brent Spiner, 70) hinnehmen musste. Vor allem Jean-Luc Picard (Stewart) hadert auch zwei Jahrzehnte später noch mit der Tragödie - immerhin verlor Data sein Leben, um das seines Captains zu retten.

Nur wenige Jahre nach dem Konflikt quittierte Picard seinen Dienst, wie sich nun herausstellt. Ganz freiwillig geschah dieser Schritt aber nicht: Als bei einem Vorfall, bei dem erneut die Romulaner nicht ganz unschuldig scheinen, hunderte Androiden Amok liefen und ein Massaker anrichteten, entschied sich die Sternenflotte dazu, künstliche Lebensformen zu verbieten. Für Picard ein Affront: Im Andenken an seinen Freund Data drohte er mit seinem Rücktritt als Admiral, sollte die Sternenflotte ihr Vorhaben wirklich in die Tat umsetzen. Ein letzter verzweifelter Schachzug, der ins Leere lief.

Die Gegenwart: Als Zivilist fristet Picard fortan ein luxuriöses, aber langweiliges Leben auf einem Weingut. Das ändert sich erst, als eine junge Frau namens Dahj (Isa Briones, 21) an seiner Türschwelle steht und ihn um Hilfe bittet. Ein romulanisches Todeskommando hat es aus unerfindlichen Gründen auf sie abgesehen. Als Picard daraufhin Nachforschungen anstellt, wächst ihn ihm die Erkenntnis: Für ein Leben im Ruhestand ist er nicht geschaffen, er muss zurück in die Weiten des Weltalls, um Leben zu retten. Auch, wenn sein Schiff keine Enterprise mehr ist, sondern eine galaktische Nussschale.

Nostalgie ab der ersten Sekunde

Die Serie setzt indirekt an die Handlung an, die im letzten - und leider mäßigen - Kinofilm mit der "Next Generation"-Besatzung namens "Nemesis" gezeigt wurde. Gleich in der ersten Szene baut "Picard" auf die Extra-Dröhnung Nostalgie: Picard und Data an einem Tisch, gemeinsam spielen sie Poker und ziehen sich gegenseitig auf. Nur ein Traum, versteht sich, aus dem Jean-Luc von seinem Hund mit dem vielsagenden Namen Nummer eins erweckt wird. Auf den Schreck genehmigt er sich natürlich erst einmal einen Earl Grey...

Schon die Trailer zeigen, dass der Titelheld vielen weiteren ehemaligen Wegbegleitern der USS Enterprise über den Weg laufen wird. William "Will" Riker (Jonathan Frakes, 67) ist da zu sehen, ebenso wie Deanna Troi (Marina Sirtis, 64) oder "Voyager"-Crewmitglied Seven of Nine (Jeri Ryan, 51). Mehr als jede andere bisherige "Star Trek"-Serie wird "Picard" also Trekkies ansprechen, die gerne von der guten alten Zeit schwärmen. Das mag die Serie zwar nicht sonderlich subtil machen, aber umso effektiver.

Alte Recken in neuem Gewand