Definitiv! Dieser "Tatort" hat alles: Emotionale Thematik, Action und Spannung, die bis zum Schluss für Adrenalinschübe sorgt. In rasantem Erzähltempo wird der Zuschauer auf einen Polizeieinsatz mitgenommen, der alle Beteiligten vor eine Zerreißprobe stellt. "Unklare Lage" stellt nicht die Kommissare Batic und Leitmayr in den Vordergrund, sondern porträtiert alle Einsatzkräfte - vom SEK bis zum Führungsstab. Es gibt keine großen Dialoge oder emotionale Tieffahrten einzelner Personen. Stattdessen erhascht man einen Blick hinter die Kulissen und erfährt, wie Polizeiarbeit an solchen Tagen aussieht.
Die sich ständig ändernde Informationslage und nervenzerreißende Ungewissheit treiben nicht nur die Zuschauer an ihre Grenzen: "Wir könnten doch einfach hier sitzen bleiben", schlägt Leitmayr vor, der nach einer halben Stunde dieses "Tatorts" um zehn Jahre gealtert scheint. Großartig eingefangen wird alles durch die lebendige Kameraarbeit von Florian Emmerich (47) und seinem Team: Egal, ob durch Close-ups, Motion blur oder extremen Zoom - es entsteht der Eindruck, als wäre man mittendrin. Das dunkle Farbkonzept umrahmt hingegen die Dramaturgie des gesamten "Tatorts".
Terrorismus und Angst vor Anschlägen machen den Krimi brandaktuell. Münchener werden sich sofort an ein bestimmtes Ereignis erinnern: Der Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum 2016. Die Parallele: Auch dort flüchtete der Täter und Falschmeldungen über Schießereien in der Innenstadt verursachten Chaos und Massenpanik. Der Zuschauer wird am Ende allerdings mit einem bitteren Geschmack auf der Zunge und einem Fragezeichen zurückgelassen. Der "Tatort: Unsichere Lage" ist ein absolutes Highlight und ein Muss für jeden Fan des Münchener Duos.