Während geflüchtete Menschen aus der Ukraine überall mit offenen Armen empfangen wurden, hatten es die ausgereisten Russen deutlich schwerer. Denn in vielen Ländern können die Einheimischen noch nicht einschätzen ob die Russen nun tatsächlich Freunde oder Feinde sind. Ein Großteil der russischen Bürger dürfte allerdings vor allem deshalb geflohen sein, weil die Männer der Familie nicht in einem sinnlosen Krieg sterben wollten. Durch die massive Auswanderung haben sich die russischen Auslandsgemeinschaften in der ganzen Welt vergrößert und es sind in vielen weiteren Länder neue Gemeinschaften russischer Staatsbürger entstanden. Dies machte sich vor allem in Armenien bemerkbar, wohin sich tausende Russen aus der IT-Branche zurückgezogen hatten. Dort haben sich nun zahlreiche neue Netzwerke gebildet. Offenbar ist bei vielen dieser Menschen fraglich, ob sie je wieder nach Russland zurückkehren werden. Historikerin Eidelmann ist sicher, dass viele der Russen so lange im Ausland bleiben werden, wie der Krieg in der Ukraine andauert oder sogar bis das Regime von Wladimir Putin aus dem Kreml verschwunden ist.