Dieser Schritt sei getätigt worden, um Prigoschin einen Teil seiner Macht zu entziehen. Ab sofort kann die russische Armee ebenfalls Häftlinge in russischen Gefängnissen rekrutieren, weil Putin die bestehenden Gesetze in dieser Hinsicht geändert hat. Ob dieser Schachzug Putins allerdings aufgehen wird, ist ebenfalls fraglich. Viele Offiziere der russischen Armee könnten eher weniger begeistert von der Vorstellung sein, neben verurteilten Verbrechern auf dem Schlachtfeld zu stehen. Ein weiterer Hinweis auf den Machtverlust von Prigoschin ist die Tatsache, dass sich dessen Anwesenheit in den Medien in den letzten Wochen deutlich verringert hat. Jetzt behauptet sogar ein russischer Militärblogger, man habe Anweisungen erhalten weder Prigoschin noch die Söldner der Gruppe Wagner zu erwähnen. Zu einem weiteren Problem für den Söldner-Chef wird außerdem sein Versprechen gegenüber Wladimir Putin, die hart umkämpfte russische Stadt Bachmut einzunehmen. Trotz monatelanger Kämpfe wird Bachmut noch immer von ukrainischen Kräften gehalten. Während General Surowikin ebenfalls bei Putin in Ungnade gefallen ist, scheint lediglich Tschetschenen-Rambo Kadyrow in diesem Komplott fast ungeschoren davonzukommen. Auf seine Hilfe ist Wladimir Putin auch weiterhin angewiesen, da sonst ein weiterer Konfliktherd in Tschetschenien droht, wo Kadyrow als Stadthalter von Putin gilt.